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Soforthilfe für Corona-geschädigte Unternehmen: Wann kommt der Rettungsschirm?

Lesezeit: 3 Minuten Durch Covid-19 sehen sich viele deutsche Unternehmen mit heftigen wirtschaftlichen Folgen konfrontiert. Vielen Unternehmern ist ein Großteil der Kunden weggebrochen und je nach Branche sind auch Totalausfälle an der Tagesordnung – man denke nur an die Hotellerie oder die gesamte Unterhaltungsbranche. Schnelle Hilfe seitens des Staats ist jetzt gefragt, denn bei vielen KMU reicht es nicht, den Gürtel ein wenig enger zu schnallen. Doch die ganze Situation ist noch so neu, dass eigentlich noch niemand so recht weiß, wie es weitergehen soll.

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Soforthilfe für Corona-geschädigte Unternehmen: Wann kommt der Rettungsschirm?

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Nach dem Infektionsschutzgesetz: Entschädigung für Verdienstausfall bei Quarantäne

Wird Unternehmern eine Quarantäne auferlegt, so haben Sie gemäß dem Infektionsschutzgesetz Anspruch auf eine Entschädigung für den entstehenden Verdienstausfall. Für die Betroffenen ist dies schon einmal eine erste Hilfe, um wirtschaftlichen Schwierigkeiten vorzubeugen. Eines vermag diese Entschädigung aber nicht zu leisten: Die Umsatzausfälle, die infolge der Corona-Krise entstehen, kann sie nicht ausgleichen.

Die Probleme gehen tiefer: langfristig wegbrechende Aufträge

Eine Quarantänezeit von zwei bis drei Wochen auszugleichen, sollte den meisten Unternehmen möglich sein. Die größere Herausforderung liegt allerdings in den strukturellen Problemen, die Corona und die damit einhergehenden Unternehmensschließungen nach sich ziehen – und diese enden nicht automatisch mit dem irgendwann eintretenden Ende der Beschränkungen des Alltags. Die Beispiele hierfür sind zahlreich:

  • Hotels gehen nicht nur die aktuellen Buchungen verloren, die sie wegen des Tourismus-Verbots nicht erfüllen können, sondern auch zahlreiche Gäste im Sommer und Herbst, die jetzt bereits vorsorglich stornieren – auch wegen der ungewissen Zukunft.
  • Unternehmer, deren Angebot sich auf den Unterhaltungsbereich fokussieren und/oder an den Tourismus gekoppelt sind, haben keine Arbeit (z. B. Surfschulen oder Schüler).
  • Die Industrie darf zwar derzeit noch produzieren – viele Konzerne fahren ihre Produktion dennoch herunter, da sie die erforderlichen Mindestabstände zwischen den Arbeitern nicht gewährleisten können.
  • Messeveranstalter sowie zugehörige Branchen (z. B. Messebau, Eventagenturen) werden durch auf lange Sicht abgesagte Messen in Mitleidenschaft gezogen.
  • Künstler verlieren aktuell nicht nur ihre Engagements für die kommenden Wochen, sondern oftmals im Voraus für mehrere Monate – für sie stellt dies eine existenzbedrohende Situation dar.

Für viele der betroffenen Branchen handelt es sich nicht nur um eine vorübergehende Notsituation, die sich mit einer kleinen Finanzspritze beheben ließe – hier sind konkrete Maßnahmen des Staats gefragt, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen.

Bisher vor allem Kreditangebote für Unternehmer

Aktuell mangelt es jedoch noch an konkreten Angeboten. Unternehmer können versuchen, über ihre Hausbank einen KfW-Kredit zu beantragen – nach eigenen Angaben stellt die KfW-Bank hierfür rund 460 Milliarden Euro bereit. Und auch die Förderbanken der jeweiligen Bundesländer können entsprechende Angebote zur Verfügung stellen.

Die Krux: Es handelt sich dabei bisher ausschließlich um Kreditangebote. Für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen sind sie oft keine sinnvolle Option – die Kredite müssen ja später zurückgezahlt werden, und das, wo momentan kein Ende der Krise in Sicht ist.

Es brodelt: Wann kommt der Rettungsschirm?

Was die deutschen Unternehmer in Zeiten der Corona-Krise bräuchten, wäre eine unkomplizierte Finanzspritze, die ihnen hilft, Verluste zu verringern, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und die Arbeitsplätze zu sichern. Daran arbeiten sowohl der Bund als auch die Länder mit Nachdruck. Und immerhin: Erste Bestrebungen sind bereits erkennbar. So hat die NRW-Landesregierung beispielsweise heute Mittag angekündigt, einen Rettungsschirm für Selbstständige in Höhe von 25 Milliarden Euro auf den Weg bringen zu wollen. Auch Brandenburg hat mit 500 Millionen Euro bereits ein attraktives Paket geschnürt, um den hiesigen Unternehmern unter die Arme zu greifen. Ähnliche Pläne und Angebote gibt es in verschiedenen anderen Bundesländern.

Wer den Rettungsschirm im jeweiligen Bundesland in Anspruch nehmen möchte, sollte sich an die entsprechenden Ansprechpartner wenden. Hierfür haben die Länder spezielle Hotlines für Unternehmer eingerichtet und auch Service-E-Mail-Adressen stehen zur Verfügung. Dort erhalten sie weitere Informationen über die möglichen Angebote, die hierfür zu erfüllenden Voraussetzungen und das Antragsverfahren.

Helikoptergeld? In Deutschland vorerst nicht

Es bleibt jedoch festzuhalten: Das von vielen geforderte „Helikoptergeld“ – ein pauschaler Betrag, den jeder in Not ohne jegliche Voraussetzungen bekommen kann – wie es in den USA in diesen Tagen verteilt wird (ca. 4.000 US-Dollar pro Haushalt), wird es in Deutschland erst einmal noch nicht geben. Wer akute Hilfe benötigt, sollte sich darum bemühen, sich über Kredite und Bürgschaften helfen zu lassen.

Sobald sich an der Lage hierzu etwas ändert, erfahren Sie es sofort bei experto. Bis dahin müssen Unternehmer versuchen, ihre Ausgaben zu senken und die bestehenden Hilfsangebote wie Kredite, Bürgschaften oder Kurzarbeit in Anspruch nehmen.

Bildnachweis: SHOTPRIME STUDIO / stock.adobe.com

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