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Coronavirus: Honorarausfall bei Selbstständigen – So beantragen Sie die finanzielle Entschädigung

Lesezeit: 2 Minuten Wenn Sie als Selbstständiger wegen des Coronavirus offiziell in Quarantäne sind, nicht krank sind und einen Verdienstausfall verzeichnen, können Sie über die Landesbehörde eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) beantragen.

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Coronavirus: Honorarausfall bei Selbstständigen – So beantragen Sie die finanzielle Entschädigung

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Zahlreiche Menschen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Das Gesundheitsamt in Heinsberg musste sogar einräumen, dass eine Quarantäne-Kontrolle nicht mehr möglich ist. Die WHO spricht von einer Pandemie. Die Gesundheitsämter dürfen nach dem Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten Krankheits- und Ansteckungsverdächtige in einem Krankenhaus absondern oder in häusliche Quarantäne stellen, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Davon sind auch Selbstständige betroffen.

Anspruch auf Entschädigung für Umsatzausfall

Wenn Sie als Selbstständiger wegen des Corona-Virus offiziell in Quarantäne sind, nicht krank sind und einen Verdienstausfall verzeichnen, können Sie über die Landesbehörde eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) beantragen. Für diesen Fall sieht § 56 Absatz 1 IfSG einen Entschädigungsanspruch vor. Die Höhe des Entschädigungsanspruchs berechnet sich nach dem Verdienstausfall.

Als Selbstständiger bekommen Sie monatlich eine Entschädigungszahlung, die einem Zwölftel jenes Arbeitseinkommens entspricht, das Sie im letzten Jahr vor der Absonderung erzielt haben (§ 56 Absatz 3 IfSG). Demnach dienen die Zahlen aus dem Einkommenssteuerbescheid des vorigen Jahres als Berechnungsgrundlage.

Wichtig: Als Betroffener sind Sie dazu angehalten, den Schaden möglichst gering zu halten. Wenn Sie als Selbstständiger auch im Homeoffice arbeiten können, müssen Sie diese Gelegenheit auch ausschöpfen.

Erstattung von Mehraufwendungen bei Existenzgefährdung

Selbstständige, deren Existenz gefährdet ist, können die Erstattung von Mehraufwendungen in einem angemessenen Ausmaß beantragen, die während des Verdienstausfalls entstanden sind. Sie bekommen demnach zusätzlich zur Entschädigung einen angemessenen Teil der während der Quarantäne anfallenden, nicht gedeckten Betriebsausgaben von der Behörde ersetzt. Dieser Erstattungsanspruch ergibt sich aus § 56 Absatz 4 IfSG.

Achtung: Entschädigung nur bei offizieller Quarantäne

Der Entschädigungsanspruch greift allerdings nur bei einer offiziellen Quarantäne, die behördlich angeordnet wurde. Wenn Sie aus berechtigten Gründen Angst haben, dass Sie sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben, sollten Sie sich an einen Arzt wenden oder das Gesundheitsamt kontaktieren. Es ist daher nicht sinnvoll, aus Eigeninitiative zu Hause zu bleiben und sich auf eine nachträgliche Erstattung zu verlassen.

Tipp: Als Selbstständiger müssen Sie innerhalb einer Frist von drei Monaten nach dem Ende der Quarantäne bei der für Sie zuständigen Landesbehörde Ihre Entschädigungsansprüche geltend machen. Das Formular für den Entschädigungsantrag finden Sie auf den jeweiligen Landesportalen wie beispielsweise Bayern, Hessen und Rheinland.

Erforderliche Unterlagen für den Entschädigungsantrag im Quarantänefall

Um die genannte Entschädigung zu erhalten, müssen Sie als Selbstständiger der zuständigen Landesbehörde diese Unterlagen zukommen lassen:

  • ausgefüllter Entschädigungsantrag für Selbstständige (§§ 56 und 57 IfSG)
  • Bescheinigung des Finanzamtes, die die Höhe des letzten Jahreseinkommens ausweist (alternativ: betriebswirtschaftliche Auswertung Ihres Steuerberaters)
  • Nachweise über die Höhe der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge
  • allenfalls Bescheid über die Quarantäne und deren Aufhebung

Nach Überprüfung des Antrages und dem gegebenenfalls erforderlichen Nachreichen fehlender Unterlagen teilt Ihnen die Landesbehörde in einem schriftlichen Bescheid mit, ob sie Ihnen die Entschädigung bewilligt. Die Entschädigungszahlung erfolgt durch Überweisung auf Ihr Konto.

Hilfreiche Links:

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